fulfin - financing ecommerce November 24, 2021 11 Minuten
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Für einige Unternehmer ist es von Anfang an das Ziel, für andere absolut unvorstellbar: Der Verkauf des Unternehmens. Ob ein Exit sinnvoll und erstrebenswert ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Amazon wächst unaufhaltsam, somit auch die Anzahl der Drittanbieter und Konkurrenz. Händler bauen sich über viele Jahre mit viel Mühe ein profitables E-Commerce-Business auf und irgendwann ergibt sich die Frage, wie viel das Unternehmen wert ist und ob sich ein E-Commerce-Exit lohnt. 

Dabei ist es wichtig, eine erfolgreiche Exit-Strategie im E-Commerce zu wählen, um das Unternehmen gewinnbringend zu verkaufen. Wir möchten Ihnen heute erläutern, wann ein Unternehmen für den Exit bereit ist und worauf Sie beim Verkauf eines Amazon-Business achten sollten. 

Was bedeutet Exit-Strategie? 

Mit der Exit-Strategie kann sowohl der Ausstieg aus der eigenen Firma bzw. einem Unternehmen, an dem man als Gesellschafter Anteile besitzt, als auch der geplante Rückzug vom Markt gemeint sein. In diesem Artikel wollen wir uns hauptsächlich auf den Verkauf eines Amazon-Business konzentrieren und prüfen, wann ein Exit möglich bzw. sinnvoll ist. Bei einem Exit sollte es das Ziel sein, mindestens die eigenen Investitionen zurückzuhalten, besser noch, das Unternehmen gewinnbringend zu verkaufen. Wer eine erfolgreiche Exit-Strategie wählt, kann beim Exit für sein E-Commerce-Business einen möglichst hohen Gewinn erzielen. 

Bei Amazon können Händler einzelne Listings bzw. Produkte oder das gesamte Business verkaufen. 

Wann kommt es zu einem Exit? 

Ein erfolgreicher Exit kann sich spontan ergeben oder längerfristig geplant sein – wer ein gutes Übernahmeangebot erhält, verkauft spontan. Unicorn-Startups können es hingegen von langer Hand geplant haben, da es Bestandteil ihrer Unternehmensplanung war. Sie werden innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich und machen etablierten Unternehmen den Markt durch innovative Ideen und Produkte streitig, sodass ein Exit besonders lukrativ ist und hohe Verkaufssummen erzielt werden. 

Warum sollte man über einen Exit im E-Commerce nachdenken?

Amazon wächst schnell und auch die Konkurrenz wird immer größer und stärker. Mehr als 50 % des Amazon-Umsatzes werden durch Drittanbieter generiert und dementsprechend steigen auch die Anforderungen seitens des Online-Riesens. Wer nicht mithalten kann, wird durch den Algorithmus oder/und die Konkurrenz ausgebremst und aussortiert. 

Durch die Expansion in immer mehr Länder werden weitere E-Commerce-Unternehmer angelockt und das Amazon-Imperium immer aggressiver ausgebaut und das Bestehen des Einzelnen immer härter. Drittanbieter, die sich behaupten können, profitieren vom intelligenten Logistiksystem und der Reichweite des E-Commerce-Giganten, andere fallen jedoch hinten runter. Wer jedoch merkt, dass der Konkurrenzkampf immer stärker für ihn wird, überlegt unter Umständen durch einen Exit auszusteigen. Es gibt viele potenzielle Investoren und Vermittler auf dem Markt, die ein Amazon-Business kaufen möchten. Käufer zu finden, sollte weniger problematisch sein, als letztendlich eine erfolgreiche Exit-Strategie für einen gewinnbringenden Verkauf zu wählen. 

Ob ein E-Commerce Exit sinnvoll ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab: Umsatz, Gewinn, Schutz der Marke, Marktposition, Wachstum, Branche, Positionierung der Produkte oder Anzahl und durchschnittliches Niveau der Rezensionen. 

Voraussetzungen Exit-Check: Ist das Unternehmen für den Verkauf bereit?

Obschon ein Exit lukrativ sein kann, ist nicht immer der richtige Zeitpunkt für ihn gegeben oder die Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Daher stellt sich die Frage, ob das Unternehmen Exit-bereit und Exit-geeignet ist? 

  1. Kann das Geschäftsmodell auch ohne den Gründer funktionieren?

2. Stimmt der Zeitpunkt für den Exit?

3. Wie stimmig ist der Investment Case? 

4. Wurde der Exit vorbereitet?

5. Alter des Unternehmens bzw. Bestand des Unternehmens

6. Art des Unternehmens

7. Wachstumstrend des Unternehmens

8. Seller Discretionary Earnings (SDE) / EBITDA (jährlicher Nettogewinn)

Die obigen Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob das Unternehmen verkauft werden kann.

Alter

Der Käufer des Unternehmens muss einschätzen können, wie lange es dauert, bis er seine Investition zurückerhält, daher ist der Gewinn, der über die Lebensjahre des Unternehmens erzielt wurde, entscheidend. Wurden beispielsweise über die Jahre kontinuierlich hohe Gewinne erzielt, kann der Verkäufer mit einem guten Angebot rechnen. Je konstanter und höher die Gewinne sind, desto besser wird das Angebot sein. Ist das Unternehmen beispielsweise nur ein Jahr alt, kann der Käufer schwer abschätzen, welches Wachstum und welche Gewinne in den folgenden Jahren zu erwarten sind, dementsprechend kann es passieren, dass der Kaufpreis niedriger ausfällt. 

Art des Unternehmens

Man unterscheidet drei verschiedene Arten von Amazon-Business

  • Reseller/Händler 
  • Amazon Private Label
  • Patentiertes Produkt

Reseller/Händler

Reseller kaufen Produkte im Großhandel und verkaufen sie dann auf Amazon für einen höheren Preis, um eine möglichst hohe Gewinnspanne zu erwirtschaften. Diese Geschäftsform wird auch als Retail Arbitrage bezeichnet. Dennoch konkurrieren die Reseller um die Amazon Buy-Box und unterbieten sich meist im Preis. Diese Form eines Amazon-Business ist sehr konkurrenzstark und meist auch schwer zu verkaufen. Gründe hierfür sind vielfältig, doch einer der Hauptgründe ist die Unbeständigkeit des Unternehmens. Des Weiteren stellt das Produktangebot ein Problem dar, denn alles muss separat und zum Verkauf angeboten werden. Interessant kann den Verkauf aber ein Exklusivvertrag mit Großhändlern für den Verkauf auf Amazon machen und somit den Verkaufspreis des Unternehmens erhöhen. 

Amazon Private Label
Bei einem Amazon Private Label verkauft man keine Neuerfindung und das Produkt ist unter der eigenen Marke gelistet. Diese Amazon-Geschäftsform kann für Käufer interessant sein, da die Nachfrage bereits besteht und dadurch auch in Zukunft gute Verkaufschancen bestehen. 

Patentiertes Produkt

Wer ein Unternehmen mit patentierten Produkten verkaufen möchte, wird das beste Angebot erhalten. Insbesondere dann, wenn es sich um eine Innovation handelt. Dieses Amazon-Business ist deshalb so interessant, weil nur dieses Unternehmen die Erlaubnis hat das Produkt zu verkaufen, d.h. es besteht keine Konkurrenz. Meist handelt es sich hierbei um Produkte, die teurer sind und für die Kunden gewillt sind, mehr auszugeben. Dadurch ist die Unternehmensbewertung automatisch besser. 

Beispielsweise kann man ein besonderes koffeinhaltiges Kakaopulver entwickeln, für das nur das Unternehmen die Zutaten und Zusammensetzung kennt. Ist es für das Unternehmen und die Marke einzigartig, dann zeigt dies den Käufern, dass sich das Unternehmen in der Branche abhebt.

Wachstumstrend des Unternehmens

Ein potenzieller Käufer interessiert sich bei einem Exit im E-Commerce nur für Unternehmen, die auch in Zukunft erfolgreich wachsen. Damit der Wachstumstrend des Unternehmens bestmöglich berechnet werden kann, sollten bestimmte Kennzahlen für den Käufer bereitgestellt werden. Dabei sind die folgenden Kennzahlen von Relevanz: 

  • Alle Umsatzerlöse über die Bestandsdauer des Unternehmens, inkl. monatlicher Übersicht des Umsatzwachstums und einer Umsatzprognose
  • Umsatz pro Artikel 
  • Organisches Wachstum

SDE/EBITDA (jährlicher Nettogewinn)

Bevor das E-Commerce für den Exit bereitsteht, müssen die Kennzahlen bekannt sein. Der Käufer wird ein Vielfaches des jährlichen Nettogewinns berechnen, um ein Angebot für das Unternehmen zu machen, d.h. der jährliche Nettogewinn ist entscheidend für den Verkaufspreis beim Exit. 

Der Wert Seller Discretionary Earnings (SDE) berechnet den Nettogewinn, der die Basis für Unternehmensbewertung ist. SDE wird verwendet, wenn der Umsatz 5 bis 10 Millionen Euro oder weniger beträgt, EBITDA, wenn er höher ist.

SDE = Einnahmen – Ausgaben + Add-backs

Zu den Geschäftsausgaben werden die Kosten für Waren, Amazon-Gebühren, Mitarbeiter, Software, Fulfillment-Services und Versanddienstleistungen sowie persönliche Einkünfte eingerechnet. Der Käufer wird einen genaueren Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) werfen, um Wachstumstrends zu entdecken:

  • Handelt es sich um tendenziell steigende oder fallende Verkäufe?
  • Sind die Produkte saisonabhängig? 
  • Wie steht es um die Amazon-Bestseller-Rangliste?

Sobald Sie als Verkäufer die notwendigen Kennzahlen ermittelt haben, können Sie mit der Berechnung des Unternehmenswerts beginnen. 

Wer kauft das Amazon-Business?

Nicht jedes Amazon-Business ist für Käufer ein gutes Geschäft, denn meist sind für Käufer nur die Unternehmen interessant, die sich um ihr Wachstum bemüht haben und sich um ihre Online-Präsenz gekümmert haben. Meist werden Amazon-Marken von der Konkurrenz oder von großen Unternehmen aufgekauft. Diese Firmen suchen nach einem Amazon-Business, das erhebliches Entwicklungspotenzial hat. Allerdings gibt es auch viele private Investoren, die bereits Erfahrungen mit einem Online-Business haben oder gut bezahlte Mitarbeiter, die sich selbstständig machen möchten. Man kann ein Amazon-Business aber auch an ein stationäres Geschäft verkaufen. 

Wie finde ich passende Käufer? 

Wer den Exit seines E-Commerce-Business plant, fragt sich auch, wo man die entsprechenden Käufer finden kann. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Verkäufer auf sein Unternehmen aufmerksam machen kann. Zum einen kann er aktiv suchen gehen und Soziale Medien und private Kontakte nutzen oder ein stationäres Geschäft kontaktieren, das Interesse haben könnte. Der einfachste Weg ist jedoch, das Unternehmen Online zum Verkauf anzubieten. 

  • Auf Online-Marktplätzen wie bizbuysell.com oder businessforsale.com.
  • Mithilfe eines Maklers (z.B. Dragonflip).
  • Direkte Kontaktaufnahme mit potenziellen Interessenten.
  • Unternehmen, dass auf die Akquise von Amazon-Unternehmen spezialisiert ist. 

Wann sollte man das E-Commerce-Business verkaufen?

Um das Amazon-Geschäft gewinnbringend zu verkaufen, ist mit Sicherheit auch der richtige Zeitpunkt entscheidend. Man sollte eine Weile das Amazon-Business geführt haben, bevor man es zum Verkauf anbietet. Besteht für das Unternehmen Optimierungsbedarf bzw. -potenzial, dann sollten Sie sich darum kümmern und gegebenenfalls bessere Konditionen mit Lieferanten aushandeln oder ein Amazon FBA Zwischenlager nutzen. 

International präsente Marken, erzielen beim Exit in der Regel einen höheren Preis für das Unternehmen. Eine etablierte und starke Präsenz des Unternehmens auf dem Auslandsmarkt verbessert den Verkaufspreis, da ein Wachstum erkennbar ist. Je besser die Kennzahlen sind, desto höher kann der Preis angesetzt und verhandelt werden. Sobald sich das Amazon-Geschäft optimiert hat und die Umsätze stabil sind, kann das Amazon-Business verkauft werden. 

Ebenso kann der Bedarf nach neuem Kapital für Expansion, neue Projekt oder neue Unternehmensideen kann ein Grund für den richtigen Zeitpunkt eines Exits sein. 

Wie kann man das Amazon-Business verkaufen?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten das Amazon-Business zu verkaufen: 

  1. Verkauf durch Eigeninitiative 

Der eigenständige Verkauf des Amazon-Business kann sich schwierig gestalten und im Endeffekt einen geringeren Wert erzielen. Je nach Zeitinvestition und Geduld sowie in Abhängigkeit mit dem persönlichen Netzwerk, kann der Exit erfolgreich oder weniger erfolgreich sein. 

Ein Exit in Eigenregie ist zwar kostengünstig bis kostenlos, allerdings sollte man die eigene Arbeitszeit und einen möglicherweise geringeren Verkaufspreis einkalkulieren. Außerdem ist es so, dass jeder potenzielle Käufer hinsichtlich seines tatsächlichen Kaufinteresses und seiner vorhandenen finanziellen Mittel geprüft werden muss. Daher ist der Verkauf über einen professionellen Unternehmensmakler empfehlenswerter. 

  1. Verkauf über einen Unternehmensmakler

Eine deutlich einfachere und erfolgsversprechende Möglichkeit das Amazon-Business zu verkaufen, ist der Verkauf über einen Unternehmensmakler. Der Verkäufer kann sich die Suche nach potenziellen Käufern sowie den Zeitaufwand sparen, muss kein Exposé erstellen oder die Liquidität der Käufer prüfen. Die Experten übernehmen einen Großteil des gesamten Verkaufsprozesses. Ferner hat der Makler eine realistische Einschätzung des Unternehmenswerts und kann diesen exakt berechnen. 

  1. Direkter Verkauf 

Unter Umständen ist auch ein direkter Verkauf an einen Interessenten, der zuvor ein lukratives Angebot gemacht hat, denkbar. Es gibt spezielle Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, mehrere Marken aufzukaufen und sind teilweise explizit an Amazon-Unternehmen interessiert.

Eigenregie oder professioneller Makler?

Ob die Eigeninitiative oder ein professioneller Makler die bessere Wahl ist, hängt von den eigenen Kompetenzen und Absichten ab. Jedoch empfiehlt es  sich selten, in Eigenregie zu handeln, da Experten den Unternehmenswert richtig einschätzen können, potenzielle Käufer prüfen und oftmals einen besseren Preis beim Exit im E-Commerce erzielen können. Gerät ein unerfahrener Verkäufer an einen erfahrenen Käufer kann es schnell passieren, dass er über den Tisch gezogen wird und sein Unternehmen für einen zu günstigen Preis veräußert. Ein professioneller Makler kann Sie vor einem Verlust bewahren, denn trotz 10 – 15 % Provision wird er durch gekonnte Verhandlungsstrategien einen höheren Preis aushandeln können. 

Oftmals ist es schwierig, qualifizierte Käufer zu finden; es kann passieren, dass sie nicht zahlen oder nur einen Bruchteil des Betrags zahlen. 

Ein weiterer Punkt ist die Kommunikation mit Amazon, die über den Kauf in Kenntnis gesetzt werden müssen. Für eine reibungslose Migration des Kontos oder Listings muss der Verkäufer mit Amazon kommunizieren und die entsprechenden Schritte einleiten. 

Unternehmensbewertung – Was ist das E-Commerce-Business wert?

Das ist die alles entscheidende und interessanteste Frage überhaupt: Was ist mein Unternehmen wert? Möchte man einen erfolgreichen Exit durchführen, muss man seinen genauen Unternehmenswert kennen. Bei der Festlegung des Preises spielen aber viele Faktoren eine wichtige Rolle, sodass ein Unternehmen nicht zwangsmäßig ein innovatives Produkt haben muss, um einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Die Vermögenswerte können nämlich auch immateriell sein, d.h. Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Online-Präsenz, Konten- und Listenstatistiken sowie Markenpopularität. 

Vor allem auch Kundenstammdaten sind Vermögenswerte, die nicht zu unterschätzen sind und einen guten Verkaufspreis erzielen können. 

Bei der Bewertung des Amazon-Geschäfts spielen die folgenden Punkte für Verkäufer eine Rolle:

  • Art des Amazon-Business: Handelt es sich um einen Reseller, eine Eigenmarke oder ein eigenes patentiertes Produkt? Am besten verkauft sich demnach eine Eigenmarke mit patentiertem Produkt. 
  • Umsatz, Gewinn und Kosten: Die Kennzahlen sind wichtig, um eine Einschätzung vornehmen zu können und Einblicke in das Wachstumspotenzial zu erhalten. Kann das Unternehmen Einnahmen generieren und Gewinne erwirtschaften?
  • Nische & Konkurrenz: Es ist wichtig zu sehen, wo sich das Produkt und Unternehmen in der Nische und im Wettbewerbsumfeld positioniert. Bevorzugt werden meist Marken in Nischen mit stabiler Nachfrage, hohem Potenzial und wenig oder schwachem Wettbewerb. 
  • Lieferanten: Wer eine gute Beziehung zu seinen Lieferanten pflegt, die auch lange anhält und attraktive Konditionen verspricht, hat höhere Chancen sein Unternehmen für einen guten Preis zu veräußern. 
  • Account: Der Seller-Account ist ein wichtiger Faktor bei der Unternehmensbewertung, denn  hier kann der Käufer sehen, wie hoch der Best Seller Rank ist, ob Richtlinien beachtet wurde und wie es um die Bewertungen steht.
  • Logistik: Eine reibungslose Logistik ist ebenfalls von großer Bedeutung bei der Berechnung des Werts. 
  • Bewertungen: Ebenfalls ein wichtiges Asset beim Exit des Amazon-Business. Gute Rezensionen sorgen für einen starken Wettbewerbsvorteil und machen die Marke für Käufer interessanter.  
  • Markenprominenz: Besteht Kundenbindung zur Marke?
  • Vielfalt der Produkte: Welche Produkte und wie viele Produkte werden verkauft? Beim Verkauf von lediglich einem Produkt, wird der Verkaufspreis für das Amazon-Geschäft in der Regel gering ausfallen, es sei denn es handelt sich um eine Eigenmarke mit patentiertem Produkt, die sehr gefragt ist. 
  • Internationalität: Ist das Produkt auf dem internationalen Markt begehrt? Eine starke und solide Präsenz auf dem internationalen Markt bietet dem Käufer mehr Wachstumschancen, sodass ein höherer Unternehmenswert veranschlagt werden kann. 

Wie kann man den Wert eines Unternehmens erhöhen?

Wer mit dem Unternehmenswert nicht zufrieden ist, kann diesen unter Umständen erhöhen, um einen besseren Verkaufspreis zu erzielen. Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen 8 Punkte vorstellen, wie Sie den Wert des Amazon-Business erhöhen können: 

  1. Alter des Unternehmens: Ältere Unternehmen werden bevorzugt; mehr als drei Jahre alte Unternehmen gelten als sehr wertvoll, denn ab dem zweiten Jahr wird in Wachstum investiert. 
  2. Art des Amazon-Business: Wer einen hohen Kaufpreis erzielen möchte, sollte ein eigenentwickeltes Produkt mit Patent haben. Aber auch Amazon Private Label können in irgendeiner Weise einzigartig sein und einen höheren Preis erzielen. Einen niedrigen Verkaufspreis müssen Reseller erwarten. 
  3. Wachstumstrend des Unternehmens: Konzentrieren Sie sich auf das Wachstumspotenzial des Unternehmens und verdeutlichen Sie dies auch in den Unternehmensunterlagen. 
  4. EBITDA (jährlicher Nettogewinn): Anhand der GuV ist erkennbar, ob das Unternehmen profitabel ist und einen Gewinn erzielt. 
  5. Einzigartigkeit: Produkte, die bei vielen Großhändlern wie beispielsweise Alibaba leicht zu finden und somit als Listing zu duplizieren sind, sind weniger interessant für Käufer, denn warum sollte er viel Geld ausgeben, wenn er die Produkte selbst günstig beschaffen kann. Besser ist es, wenn man ein Produkt mit Patent hat, denn dies bedeutet einen Mehrwert für das Amazon-Unternehmen. Als Faktoren für ein einzigartiges Produkt gelten: Kundenbindung zur Marke, Wiedererkennungswert, patentierte Produkte, Spitzenpreise und schlechte Qualität der Nachahmerprodukte der Konkurrenz. 
  6. Diversifikation: Man unterscheidet drei Ebenen von Diversifikation für Amazon-Unternehmen: (1) Produkte, Nischen und Traffic Quellen außerhalb Amazons, (2) Nischen und Traffic Quellen innerhalb Amazons und (3) entweder Produkte, Nischen oder Traffic. Durch Diversifikation können Sie den Wert Ihres Unternehmens steigern, indem sie nicht mehr als 70 % des Einkommens aus einem Produkt generieren, mehrere Produkte führen und einen weiteren Vertriebskanal außerhalb des Amazon-Ökosystems hinzufügen, wie z.B. Ihren eigenen Online-Shop (z.B. Shopify), Social Media, E-Mail-Marketing. 
  7. Wettbewerb: Je stärker die Konkurrenz, desto eher sind Käufer abgeschreckt. Bei einer hohen Konkurrenz kann es passieren, dass das Ranking über Nacht in den Keller geht und das Einkommen niedriger wird. 
  8. Automatisierte Arbeitsprozesse: Komplexe Arbeitsprozesse schrecken Käufer ab, denn je mehr Arbeit man automatisieren kann, desto attraktiver ist das Amazon-Business. 

Mit welchen Hürden muss man beim E-Commerce-Exit rechnen?

Im Grunde geht der Verkauf eines Amazon-Business reibungslos vonstatten, allerdings können Verkäufer auch mit einigen Hindernissen konfrontiert werden. 

  • Finanzen: Alle wichtigen Kennzahlen müssen korrekt und vollständig vorliegen, denn der Käufer möchte eine Due-Diligence machen und sie auf wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und finanzielle Verhältnisse fokussieren. 
  • Lieferanten: Mit welchen Lieferanten besteht seit wann eine Zusammenarbeit? Wie steht es um die Qualität, Kommunikation und Zuverlässigkeit der Lieferanten?
  • Verkaufsgespräche: Verkäufer müssen bereit sein, mit Käufern in Kontakt zu treten und Verkaufsgespräche zu führen. Unter Umständen wünschen Käufer sogar ein persönliches Treffen. 
  • Vorbereitung: Eine gute Verkaufsvorbereitung kann bereits viele Arbeit ersparen.

Wie lange dauert es ein Amazon-Business zu verkaufen?

Wer einen Exit plant, wünscht sich meist, dass der Verkauf schnell über die Bühne geht. Allerdings muss man ein wenig Geduld mitbringen, da von der Entscheidung bis zur Überweisung des Kaufpreises einige Zeit vergehen kann. 

Wie lange der Prozess dauern kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Unternehmensgröße, Komplexität und Struktur des Amazon-Business. Handelt es sich um ein Unternehmen mit komplexer Unternehmensstruktur, kann der Verkauf einige Zeit in Anspruch nehmen. 

Der Verkauf kann rund 5 bis 15 Monate in Anspruch nehmen, im Durchschnitt geht man  von 65 Tagen aus. Wurde der Verkauf abgeschlossen, muss eine Wartezeit eingehalten werden, da digitale Vermögenswerte zunächst vom Verkäufer auf den Käufer übertragen werden müssen. 

Oftmals schrecken Käufer bei langen Verkaufszeiten vom Kauf ab und brechen den Prozess ab. Um dies zu verhindern, ist die Konsultation eines Maklers oder der Verkauf an eine E-Commerce-Investment-Firma ebenfalls ratsam. Ferner kann ein Makler den gesamten Prozess der Geschäftsübernahme beschleunigen, da sie eine gute Beziehung zu Amazon pflegen und regelmäßig mit dem Verkauf eines Amazon-Business zu tun haben. 

Wie wird das Unternehmen übertragen?

Der Amazon-Account muss an den neuen Inhaber übertragen werden, wobei die Übertragung lange davon abhing, wo sich der neue Eigentümer befand. Mittlerweile ist die Übertragungsfunktion von Amazon auch für europäische Marktplätze freigeschaltet worden. Demnach können Sie einen Account wie folgt übertragen: 

  1. Vollständige Übertragung des Accounts
  2. Die Marke auf einen anderen Seller-Central-Account übertragen, falls der Käufer bereits einen Account hat. 

Fazit 

Wer sein Amazon-Business gewinnbringend verkaufen möchte, muss eine erfolgreiche Exit-Strategie wählen und Einiges beachten. Man sollte den Zeitpunkt des Verkaufs genau wählen und sich überlegen, ob der Exit sinnvoll ist oder zu einem späteren Zeitpunkt besser ist. Es gibt unterschiedliche Wege, um das Amazon-Business zu verkaufen, wobei alle ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Man kann in Eigenregie den Exit wagen oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Möchte man allerdings den Verkauf selbst abwickeln, sollte man das Unternehmen an eine etablierte Vermittlungsfirma verkaufen und einen Anwalt hinzuziehen. Ferner sind mehrere Unternehmensbewertungen ratsam, um eine realistische Einschätzung des Unternehmenswerts zu erhalten.

Des Weiteren sollten Verkäufer nicht vergessen, Amazon über den Exit in Kenntnis zu setzen, um nicht Gefahr einer Kontosperrung zu laufen. 

FAQ

Warum sollte man über einen Exit nachdenken?

Es kann viele Gründe geben, um über einen Exit nachzudenken. Für viele Unternehmen kann es bereits von Beginn an das Hauptziel sein, für andere ist es undenkbar. Amazon wächst schnell und aggressiv, sodass immer mehr Drittanbieter auf den Markt strömen. Dies kann für einige zum Problem werden, sodass für sie ein Verkauf zu einem günstigen Zeitpunkt lukrativer erscheint. Des Weiteren gibt es zahlreiche potenzielle Investoren und somit Käufer, die attraktive Preise bieten. 

Wann sollte man das Amazon-Business verkaufen?

Mit Sicherheit ist der Zeitpunkt des Verkaufs wichtig, dennoch gibt es keine feste Regel, wann der perfekte Zeitpunkt dafür ist. Grundsätzlich sollte das Unternehmen einige Zeit bestehen und stabile Umsätze haben, bevor es zu einem guten Preis verkauft werden kann. 

Wie kann man das Amazon-Business verkaufen?

Man kann das Amazon-Business in Eigenregie oder über einen Makler verkaufen, wobei die Konsultation eines Experten durchaus ratsam ist, da er einen guten Preis aushandeln kann und alle notwendigen Schritte für den Verkaufsprozess einleitet. 

Wie lange dauert es ein E-Commerce-Business zu verkaufen?

Der Verkauf eines E-Commerce-Business kann unterschiedlich lang dauern und ist meist abhängig von der Art des Unternehmens, den Produkten, seinem Wachstumspotenzial und der Höhe des Preises. 

Welche Voraussetzungen bestehen für den Exit im E-Commerce?

Um das Amazon-Business verkaufen zu können, muss die Geschäftstätigkeit über einen gewissen Zeitraum erfolgt sein, die entsprechenden Kennzahlen vorliegen und ein stabiler Umsatz erkennbar sein. Der jährliche Nettogewinn ist für den Verkaufspreis entscheidend. 


 

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