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fulfin - financing ecommerce Februar 22, 2022 13 Minuten
Kategorien: Ecommerce | Ecommerce-Guide

Wer einen eigenen Online-Shop erstellen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, um das Webprojekt erfolgreich umzusetzen. Die einfachste Variante ist die Nutzung von Baukastensystemen (z.B. Jimdo, WixStores, IONOS) oder Shopsystemen wie Shopify, Shopware und Adobe Commerce, die für Neueinsteiger zahlreiche Tutorials und Hilfen anbieten. Aber auch die Integration des WordPress-Plugins WooCommerce bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Gestaltung und Realisierung eines eigenen Onlineshops. Die Wahl der richtigen E-Commerce-Lösung kann schwierig sein, denn alle Shop- und Baukastensysteme bergen Vor- und Nachteile.  

Wir möchten Ihnen im folgenden Beitrag einige Möglichkeiten vorstellen und erläutern, worauf Sie bei der Erstellung eines eigenen Onlineshops achten sollten. 

E-Commerce im Jahr 2021 und 2025 

Im Jahr 2020 lag die Zahl der weltweiten E-Commerce-Nutzer bei 2,54 Milliarden und soll bis 2025 auf bis zu 3,69 Milliarden steigen. Allein in Deutschland gibt es mehr als 150.000 Onlineshops, wobei sich der Umsatz im Jahr 2020 im B2C-E-Commerce (Handel zwischen Unternehmen und Kunden) auf 72,8 Milliarden Euro belief. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um rund 23 % und zeigt, dass der Onlinehandel während der Coronakrise einen beachtlichen Anstieg verzeichnete. Somit ist der Umsatz innerhalb von fünf Jahren um beinahe 50 % gestiegen; im Jahr 2015 betrug der Umsatz noch rund 40 Milliarden Euro. Im internationalen Vergleich stellt China im Jahr 2021 das umsatzstärkste Land dar und wird von den USA mit einem Umsatz in Höhe von 709 Milliarden Euro gefolgt. 

Abb. 1: Umsatz durch E-Commerce (B2C) in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2020.- Quelle: Statista.

Laut Prognosen werden im Jahr 2025 global insgesamt rund 4,61 Billionen Euro im B2C-E-Commerce mit physischen Gütern umgesetzt. Den größten Anteil verzeichnet dabei der Bereich „Fashion“. Auch in Deutschland sind Bekleidung sowie Elektronikartikel und Telekommunikation die umsatzstärksten Warengruppen. Das Segment Bekleidung macht ein Viertel des Gesamtumsatzes des B2C-E-Commerce aus.  

Einen eigenen Onlineshop erstellen: Eine gute Wahl?

Einen eigenen Onlineshop zu gründen, ist im Grunde (fast) immer eine gute Idee. Selbstverständlich kann der Wettbewerb in einigen Bereichen groß sein, nichtsdestotrotz hat man meist die Möglichkeit in den umkämpften Bereichen etwas Besonderes anzubieten. Es gibt genügend Nischen und Branchen, in denen Aspekte optimiert werden können und eine gute Position trotz Konkurrenz verschafft werden kann. Wie die Statistiken zeigen, wird E-Commerce im Laufe der Zeit immer wichtiger und interessanter für Menschen werden. Des Weiteren wird das Logistiknetzwerk in Zukunft immer innovativer und zukunftsfähiger werden, z.B. Drohnenlieferungen.   

Dennoch sollten sich Neugründer und Händler beim Erstellen eines eigenen Onlineshops vorab einige Gedanken machen, Ziele definieren und einige Punkte bei der Gestaltung des Shops beachten. 

Was ist ein Shop-Baukasten?

Der einfachste Weg, einen Onlineshop selbst zu erstellen, ist die Nutzung eines Baukastensystems wie Strato, WixStores, IONOS oder Jimdo. Mithilfe dieser Baukästen kann man ohne Grafik- und Programmierkenntnisse durch die Drag-and-Drop-Methode einen Onlineshop erstellen. Dabei führt das System den Nutzer anhand von gezielten Anweisungen durch den Gestaltungsprozess. Die monatlichen Gebühren der einzelnen Anbieter variieren und können zwischen 10 bis 100 Euro betragen. 

Das Design, die Auswahl der Zahlungs- und Versandmethode können im Backend durch wenige Klicks eingestellt werden. Anschließend kann der Nutzer Produktbeschreibungen, Preise, Fotos und weitere wichtige Produktdetails hinzufügen. Allerdings sind diese Baukastensysteme nicht für jeden geeignet, da Händler im Hinblick auf Artikelzahl und Anpassungsmöglichkeiten schnell an ihre Grenzen stoßen. Für Verkäufer, die jedoch wenige Produkte verkaufen möchten und nur wenig Budget zur Verfügung haben, reichen Shop-Baukästen aus. Sie sind beispielsweise für Shops mit einem kleinen Sortiment selbstproduzierter Waren, für digitale Güter oder/und lokale Händler interessant (z.B. Imker, Winzer, Metallkunst). 

Die Grenzen der Baukastensysteme

Shop-Baukästen bieten begrenzte Möglichkeiten und sind für schnell wachsende E-Commerce-Unternehmen nicht ratsam. Insbesondere bei einem großen Sortiment ist ein effizienter Handel aufgrund zu vieler Einschränkungen kaum möglich. Problematisch sind bei Shop-Baukästen vor allem die vorab festgelegten Such- und Filterfunktionen im Shop, die begrenzten Gestaltungsmöglichkeiten und begrenzten Zahlungsmethoden. Besonders kritisch wird es auch, wenn das Baukastensystem die rechtlichen Bedingungen (z.B. DSGVO) des Shops nicht erfüllt. 

Shopsysteme als professionelle Lösung

Wer einen professionellen Onlineshop mit internationaler Reichweite erstellen möchte, sollte mit einer guten Shopsoftware arbeiten. Online-Unternehmen, die auf einen langfristigen Erfolg setzen und ein exponentielles Wachstum anstreben, sollten eine zukunftsfähige Shop-Lösung wählen. Nicht nur im Hinblick auf Aspekte wie Wirtschaftlichkeit und Wachstum ist die Wahl des richtigen Shopsystems wichtig, sondern auch für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung. Eine nachträgliche Umstellung oder ein Umzug der Domain kann sich nachteilig auf das Ranking in den Suchmaschinen und somit auf den Erfolg des Unternehmens auswirken. Deswegen sollte man von Anfang an ein professionelles Shopsystem wählen, selbst wenn dieses zunächst kostspieliger ist. Jedoch muss man hier auch die zahlreichen Vorteile eines guten Shopsystems im Blick behalten: Gestaltungs- und Individualisierungsmöglichkeiten, Auswahl an Zahlungsverfahren und Skalierbarkeit

Jeder Onlineshop, der mehr als 30.000 Euro Umsatz im Jahr generieren möchte, sollte sich für eine professionelle Shopsoftware entscheiden, um den eigenen Onlineshop zu erstellen. Wir zeigen Ihnen, welche 3 Shopsysteme sich eignen und welche Vorteile sie bieten. 

Was ist ein Shopsystem?

Als Shopsystem bezeichnet man eine Software, mit deren Hilfe Betreiber eines Onlineshops, ihre Produkte oder Dienstleistungen im Internet verkaufen können. Bei großen Marktplätzen wie eBay oder Amazon sind diese Shopsysteme bereits integriert, sodass der Händler nur noch seine Produkte ins System einspeisen muss. Ebenso wie die Baukastensysteme bieten auch Shopsysteme wie Shopify einen Drag-and-Drop-Editor zum Einrichten des Onlineshops. 

Es sind keine Programmier- oder Grafikkenntnisse notwendig; die Bedienung der Systeme ist meist intuitiv oder nach einer kurzen Einarbeitungsphase mithilfe von Tutorials möglich. Ferner bietet das Backend zahlreiche Funktionen zur Produktdatenpflege, für Marketingmaßnahmen und Integrationsmöglichkeiten für Logistik und Buchhaltung. Die meisten Systeme sind SSL-verschlüsselt und erfüllen alle rechtlichen Bestimmungen

Durch viele nützliche Funktionen bieten professionelle Shopsysteme den Kunden, aufgrund einer besseren Bedienbarkeit (Usability), ein reibungsloses und angenehmes Einkaufserlebnis (Customer Journey). Dies ist letztendlich wichtig, um viele Kaufabschlüsse (Conversions) zu erzielen und den Return on Investment (ROI) zu steigern.   

Welche Shopsysteme gibt es?

Bei der Wahl des richtigen Shopsystems sollte geprüft werden, welches System am besten den Anforderungen entspricht. Für ein Einzelunternehmen oder ein Kleinunternehmen kann eine SaaS-Lösung oder Webshop-Plugins ausreichend sein; für mittlere und große Unternehmen bieten sich hingegen On-Premise-Lösungen oder Open-Source-Shopsysteme an. 

  • SaaS-Lösungen: Cloudbasierte Software-as-a-Service (SaaS) Shopsysteme wie z.B. Shopify können nach Bezahlung einer Gebühr monatlich, jährlich oder on demand genutzt werden. Die Dateneingabe erfolgt meist über einen Drag-and-Drop-Editor, für den man keinerlei Programmierkenntnisse benötigt. 
  • WebshopPlugins: Für die meisten Content-Management-Systeme (CMS) wie WordPress gibt es sogenannte Webshop-Plugins, mithilfe derer man einen Onlineshop auf einer Webseite oder einem Blog integrieren kann. Bei WordPress heißt dieses beliebte Plugin „WooCommerce“. Sie ähneln dem Drag-and-Drop-Editor der SaaS-Lösungen, sind aber i.d.R. kostenlos verfügbar und bieten viele Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten. 
  • On-Premise-Lösungen: Bei On-Premise-Lösungen müssen Nutzer einmalig eine Lizenz erwerben. Anschließend kann das Shopsystem auf einem eigenen Server genutzt werden. Jedoch ist die Nutzung dieser Systeme meist kompliziert und mit Aufwand verbunden. On-Premise-Lösungen eignen sich hauptsächlich für mittlere und große Unternehmen, die ausreichend Budget zur Verfügung haben.
  • Open-Source-Shopsysteme: Ebenso wie bei On-Premise-Lösungen ist auch bei Open-Source-Shopsystemen (z.B. Magento, Shopware) das notwendige Know-how erforderlich. Allerdings hat man bei Open-Source-Software Zugriff auf den Quellcode und kann den eigenen Shop sowohl im Frontend- als auch im Backend beliebig anpassen. 

Welche Funktionen erfüllen Shopsysteme?

Im folgenden Abschnitt konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die Funktionalität der SaaS-Lösungen und der Webshop-Plugins. Welche Funktionen die einzelnen Shopsysteme letztendlich besitzen, ist abhängig von der Art des Systems und der Zielgruppe des Systems (z.B. Einzelunternehmen). Demnach werden einige Systeme über Drag-and-Drop-Editoren verfügen, wohingegen Enterprise-Lösungen keine besitzen. 

Ein Großteil der Shopsysteme verfügt jedoch über folgende Funktionalitäten: 

  • Drag-and-Drop-Editor zum unkomplizierten Erstellen des eigenen Onlineshops 
  • Mobil-optimierte Templates und Themes für mobile Shopping
  • Leicht bedienbares Backend mit allen Funktionen 
  • Kundenaccounts mit Bestellhistorie sowie Rechnungs- und Lieferadressen
  • Verschiedene Zahlungsmethoden (z.B. Bankeinzug, Überweisung, PayPal, Rechnung, Nachnahme).  
  • Versandoptionen mit Schnittstellen zu Versand- und Logistikdienstleistern 
  • Analytics-Dashboard für den schnellen Zugriff auf alle Key Performance Indicators (KPIs) wie Umsatz, Bestellungen und Produkte
  • Mehrsprachigkeit und verschiedene Währungen für internationalen Handel
  • Buchhaltungs- und Rechnungsfunktionen mit Schnittstellen zu entsprechenden Softwarelösungen 
  • Marketingfunktionen für die Suchmaschinenoptimierung (SEO), für Content-Marketing und für E-Mail-Marketing inkl. Schnittstellen zu E-Mail-Marketing-Software
  • Support
  • SSL-Verschlüsselung
  • DSGVO-konforme Funktionen

Das richtige Shopsystem wählen – Anforderungen prüfen 

Die Auswahl an Shopsystemen ist groß, daher sollten sich Onlinehändler zunächst Gedanken über die Anforderungen des Shops machen: 

  • Hat mein Shop ein kleines oder umfangreiches Sortiment?
  • Möchte ich in Zukunft mein Sortiment stark erweitern?
  • Welche Zahlungsmethoden möchte ich meinen Kunden anbieten?
  • Welche Versandmethoden sind für meine Produkte wichtig (z.B. Bruchsicherheit, Sperrgut)?
  • Benötigt mein Onlineshop Schnittstellen zu weiteren Softwarelösungen (z.B. Logistik, Buchhaltung)?
  • Welche Sortier- und Filterfunktionen benötige ich für meine Produkte?
  • Welche Anbindungen an Marketingportale sind notwendig?

Sobald Sie alle Anforderungen geprüft haben, können Sie die verschiedenen Shopsysteme vergleichen und das richtige für Ihr Unternehmen wählen. Zu den bekanntesten Shoplösungen zählen Adobe Commerce (früher Magento), Shopify und Shopware, aber auch WooCommerce, das WordPress-Plugin für E-Commerce. 

10 Tipps: Eigenen Onlineshop erstellen

Bevor wir drei empfehlenswerte Shopsysteme vorstellen, möchten wir Ihnen noch 10 wichtige Tipps beim Erstellen eines eigenen Onlineshops geben. Wir hoffen natürlich, dass diese Tipps Ihnen bei der Wahl des richtigen Shopsystems behilflich sind und die Entscheidung erleichtert. 

1. Von Anfang an das richtige Shopsystem wählen

Warum ist es so wichtig, von Anfang an das richtige Shopsystem parat zu haben? Eine Umstellung bzw. der Umzug eines Shopsystems zu einem anderen ist nicht nur mit viel Aufwand verbunden, sondern kann sich auch negativ auf das Ranking und den Unternehmenserfolg auswirken. Hat ein Unternehmen jedoch eine Shoplösung gewählt, die aufgrund von Einschränkungen im Hinblick auf die Funktionalität der Software die Handlungsspielräume und das Wachstum des Unternehmens behindern, muss zwangsläufig eine neue Shoplösung gefunden werden. Ein Umzug des Shops ist unter Umständen nur mit hohen Kosten, zeitlichem Aufwand und möglichen Einbußen im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung möglich.  

2. Die richtige Rechtsform für den Onlineshop wählen

Welche Rechtsform Sie für Ihren Onlineshop wählen sollten, erläutern wir Ihnen in unserem Leitartikel „Rechtsform für den Onlineshop wählen“. Die Wahl der richtigen Rechtsform ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, u.a. von der Art der Produkte. Möchte man den Onlineshop irgendwann verkaufen und hat den erfolgreichen Exit als Ziel, dann kann eine Holding oder GmbH die richtige Wahl sein. Wer sich bei der Wahl der richtigen Rechtsform unsicher ist, sollte einen Steuer- und/oder Unternehmensberater heranziehen, der sich im Bereich E-Commerce auskennt. 

3. Die richtige Warenwirtschaft berücksichtigen

Ebenso muss die richtige Warenwirtschaft vorab genauer geplant werden. Bei Gründung des Shops finden meist wenige Verkäufe und Transaktionen statt, sodass Buchhaltung, Warenwirtschaft und CRM noch  überschaubar sind. Aufgrund steigender Verkaufszahlen bzw. steigendem Umsatz wird der Aufwand jedoch größer. Einige Onlineshops scheitern an einer adäquaten Lagerhaltung und Buchhaltung, deshalb sollten Unternehmen bereits zu Beginn darauf achten, mit der richtigen Software für die Warenwirtschaft zu arbeiten. Entscheidend ist hier eine gut funktionierende Schnittstelle zwischen Onlineshop und Buchhaltungssoftware, um doppelten Aufwand zu vermeiden.

4. SEO-Grundlagen verstehen und nutzen

Obwohl SEO bereits seit Jahren in aller Munde ist, vernachlässigen viele – sogar die meisten – Onlinehändler nach wie vor diesen wichtigen Erfolgsfaktor. Dabei ist insbesondere die organische Suchmaschinenoptimierung (SEO) eine langfristige, erfolgsfördernde Marketingmaßnahme, die geringe bis keine Kosten verursacht. Demgegenüber muss für die Suchmaschinenwerbung (SEA) stets ausreichend Budget für GoogleAds zur Verfügung stehen. 

Wer sich jedoch mit den Grundlagen der Search Engine Optimization befasst, besitzt ein mächtiges Marketingwerkzeug, welches – bei richtiger Nutzung – insbesondere in Kombination mit SEA-Maßnahmen die Umsatzzahlen steigert. Vor allem in der Gründungshase, in der wenig Budget für Werbung zur Verfügung steht, ist die Suchmaschinenoptimierung essenziell, um Traffic über die Suchmaschine zu erzielen. 

5. Struktur des Shops langfristig planen

Ferner sollte die Struktur des Onlineshops vorab geplant werden, selbst wenn am Anfang nur wenige Produkte und Kategorien vorhanden sind. Die Navigationsstruktur (z.B. Elektronik > Telekommunikation > Smartphones) muss verständlich und prägnant sein, damit der potenzielle Käufer die gewünschten Produkte im Shop findet, eine angenehme Customer Journey hat und einen Verkaufsabschluss tätigt. 

6. Integration guter Logistiklösungen 

Die Customer Journey endet jedoch nicht mit dem Kaufabschluss, sondern mit der Lieferung und Zufriedenheit mit dem Produkt. Da eine schnelle, unkomplizierte Lieferung ein wichtiger Bestandteil der Kundenzufriedenheit ist, sollte man bei seinem Shopsystem Wert auf die Integration einer guten Logistiklösung setzen. Kunden erwarten, dass ein Paket nach innerhalb von 1 bis 2 Tagen bei einen eintrifft; laut Statistik liegt die maximale Toleranzgrenze bei 4,6 Tagen. 

7. Zahlungsmethoden beachten

Neben der Logistik spielen auch die Zahlungsarten, die im Onlineshop angeboten werden, eine wichtige Rolle für die Kundenzufriedenheit. Je nach Zielgruppe müssen Händler hier die entsprechenden Zahlungsmethoden anbieten. Durch ein fehlendes Angebot einer vom Kunden gewünschten Zahlungsart können Händler Kunden verlieren, daher sollte hier verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Bei der Wahl der richtigen Zahlungsoptionen ist das Alter der Zielgruppe sowie ihr Einkommen entscheidend.

8. Aneignung von HTML- und CSS-Grundlagen

Kenntnisse in HTML und CSS sind zwar nicht zwingend notwendig, jedoch vorteilhaft, um einen eigenen Onlineshop zu erstellen. Man muss kein Profi sein, sollte sich aber zumindest Grundkenntnisse aneignen, um beispielsweise Änderungen am Design vornehmen zu können. Dies spart hohe Kosten für einen kostspieligen Programmierer.  

9. Eigene Produktbilder und -beschreibungen nutzen

Obschon viele Hersteller und Lieferanten Produktbilder anbieten, ist es nicht ratsam, diese im eigenen Shop zu nutzen. Gründe hierfür sind nicht rechtlicher Natur, denn die Verwendung ist von den Lieferanten und Herstellern gestattet. Da auch Konkurrenten dieselben Bilder nutzen, werden potenziellen Kunden in der Google-Suche dieselben Produktbilder angezeigt. Dadurch verspielen Onlinehändler häufig die Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben. Ähnlich ist es mit Produktbeschreibungen, die gerne von den Herstellern oder anderen Shops übernommen werden. Außerdem werden die Artikelbeschreibungen auch für ähnliche Produkte mehrmals verwendet. Doch Vorsicht! Google straft sowohl doppelte Webinhalte (Duplicate Content) auf der eigenen Webseite als auch von externen Seiten ab, d.h. eine vorformulierte Herstellerbeschreibung, die sich mehrfach auf externen Seiten erscheint und sich auf verschiedenen Unterseiten des eigenen Shops befindet, hat negative Auswirkungen auf das Ranking. 

10. Kundenservice 

Abschließend ist der Kundenservice zu nennen, der im Onlinehandel manchmal übersehen wird. Allerdings erwarten Kunden besonders im Onlinehandel ein gewisses Maß an Kundenservice. Diesbezüglich sind reibungslose und einfache Retourenprozesse und eine telefonische Verfügbarkeit wichtig. 

3 empfehlenswerte Shopsysteme: Shopify, WooCommerce und Shopware

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen kurz die drei beliebtesten und empfehlenswerten Shopsysteme Shopify, WooCommerce und Shopware vorstellen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei WooCommerce um ein Plugin, welches auf der WordPress-Webseite integriert werden kann. Shopify ist hingegen eine reine SaaS-Lösungen, wohingegen Shopware sowohl eine SaaS-Lösung als auch eine Open-Source-Lösung bietet. 

Shopify – die Webshop-Software

Shopify wird von über 1,7 Millionen Händlern weltweit genutzt und bietet viele Funktionen und Möglichkeiten, einen Onlineshop auszubauen. Daher eignet es sich sowohl für kleine als auch für mittlere und große Unternehmen. Besonders praktisch ist auch die Verknüpfbarkeit mit Oberlo für den Bereich Dropshipping und die Verkaufsmöglichkeit in den sozialen Medien und auf Online-Marktplätzen; ferner können Unternehmen sogar am Point-of-Sale ihre Produkte verkaufen.  

Abb. 2: Die unterschiedlichen Preismodelle des Shopsystems Shopify. 

Funktionen und EigenschaftenKosten
Software-as-a-Service (SaaS)Shopify kann man mit vollem Funktionsumfang kostenlos für 14 Tage testen.
Verkaufsförderung und Marketing Drag-and-Drop-Editor ProduktvisualisierungEmpfehlungen und PersonalisierungenPromotion und RabatteDie kostenpflichtigen Versionen gibt es als Basic Version für 27 Euro im pro Monat. Sie enthält alle grundlegenden Funktionen, die man benötigt, um einen eigenen Onlineshop zu erstellen. Für 74 Euro pro Monat kann man die Standard-Version nutzen. Diese Version bietet Mitarbeiterkonten, professionelle Berichterstattung sowie länderspezifische Domains und Preise. Die Version Advanced kostet 279 Euro pro Monat und bietet erweiterte Funktionen: 15 Mitarbeiterkonten, Schnittstellen zu Drittanbietern sowie individuelle Produktpreise für spezifische Länder. 
ProduktkatalogContent-ManagementProdukte sind konfigurierbarSuche- und Filterfunktion
BestellvorgangCheckoutVersandoptionenSteuerberechnungen mit AnzeigeZahlungsabwicklung über Shopify PayBestellmanagement
Multi-Channel-Unterstützung
Reporting and Analytics
Sicherheit
Leistung und Zuverlässigkeit

WooCommerce – das WordPress-Plugin für E-Commerce

Für viele WordPress-Begeisterten wird auch das Plugin für E-Commerce eine gute Wahl darstellen, da es hinsichtlich seiner Anpassungsmöglichkeiten einen grenzenlosen Einsatz verspricht. WooCommerce ist das Webshop-Plugin, welches zunächst auf einer WordPress-Seite integriert werden muss. Wer bereits eine WordPress-Seite besitzt, muss lediglich anhand der One-Click-Installation das Plugin einrichten. Andernfalls muss zunächst ein passendes Hosting inkl. Domainname gefunden werden und die Software, das Content-Management-System (CMS) WordPress, auf dem Server installiert werden. Erst danach kommt das Plugin zum Einsatz. 

Ein Bild, das Text enthält.

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Abb. 3: Onlineshop erstellen mit dem WordPress-Plugin WooCommerce. 

Shopify bietet demgegenüber das Komplettpaket mit Domainname, Hosting und Shopsoftware, was für all diejenigen Vorteile birgt, die sich ungern mit allen technischen Aspekten rund um WordPress auseinandersetzen möchten. Allerdings wird der Aufwand belohnt, da WooCommerce als Open-Source-Lösung grenzenlose Anpassungsmöglichkeiten bietet.

WooCommerce eignet sich sowohl für Einzelunternehmen und kleinere Unternehmen als auch mittlere und große Unternehmen, da es zahlreiche Logistik- und Marketingerweiterungen sowie technische Features bietet. 

Funktionen und EigenschaftenKosten
Open-Source-Plugin für WordPressDas Plugin ist kostenlos verfügbar, jedoch können Kosten für zusätzliche Erweiterungen entstehen. Außerdem müssen die Kosten für die Domain und das Hosting einkalkuliert werden. Des Weiteren können Themes, Kommunikationstools und die Anbindung von Versanddienstleistern und Zahlungsanbietern Kosten verursachen. 
Verkaufsförderung und Marketing Storefront-Design-ToolsProduktvisualisierungEmpfehlungen und PersonalisierungenPromotion und Rabatte
ProduktkatalogContent-ManagementProdukte sind konfigurierbarSuche- und Filterfunktion
BestellvorgangCheckoutVersandoptionenSteuerberechnungen mit AnzeigeZahlungsabwicklung Bestellmanagement
Leistung und Zuverlässigkeit
Zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten
Sicherheit

H4 WooCommerce vs. Shopify: Vor- und Nachteile 

Vorteile
WooCommerceShopify
Kostengünstig (in der Basisversion ohne Erweiterungen)Komplettpaket mit allen wichtigen Funktionen für E-Commerce
Mit ein wenige technischem Verständnis leicht bedienbarDrag-and-Drop-Editor (auch für technische Laien und Anfänger)
zahlreiche Gestaltungs- und Anpassungsmöglichkeiten und kein Limit für Produktanzahlunbegrenzter Webspace, kein Limit für Produktanzahl
Integrationsmöglichkeit für Produktbewertungen und KundenrezensionenIntegration von Produktbewertungen und Kundenrezensionen
Viele SEO-Optionen Viele SEO-optimierte Shop-Themes und SEO-Apps 
Große Community (Tutorials, Foren, Anleitungen)Kundensupport
Gängige Bezahldienste werden unterstütztGängige Bezahldienste werden unterstützt und Shopify Payments erleichtert das Management des Zahlungsverkehrs
Shopsystem sehr gut skalierbarShopsystem sehr gut skalierbar
Kontrolle über wichtige Bereiche (SEO, Sicherheit,  Backend-Gestaltung)Hohe Sicherheitsvorkehrungen (Zwei-Faktor-Authentisierung, PCI-Konformität, SSL-Zertifikat)
Mehrsprachigkeit/Internationalisierung 
Nachteile
WooCommerceShopify
WooCommerce benötigt eine längere Einarbeitungszeit und ein wenig technisches VerständnisKostspieliger als WooCommerce
mögliche Folgekosten durch ErweiterungenNeben einer monatlichen Grundgebühr zahlt der Nutzer bis zu 2 % Provision für jede Bestellung
Support und Service auf EnglischBegrenzte Kontroll- und Gestaltungsmöglichkeiten 
Manuelle Updates, aufwendigere Wartung durch viele Sicherheits-Updates. Die Nutzung von zu vielen weiteren Plugins hat negative Auswirkungen auf die Ladezeit und beeinflusst das Ranking. Viele Plugins führen zu Sicherheitslücken. Lokalisierung benötigt spezielle Plugins 
Multichannel-Selling mit Zusatzkosten verbundenSchwächen bei der Mehrsprachigkeit 
Richtet sich nach dem US-Markt; rechtssicheres Verkaufen ist in Deutschland nur mit speziellem Plugin möglich.Content-Marketing-Optionen nicht so gut wie bei WooCommerce
Nutzer muss Kenntnis von Sicherheitssystemen haben, da diese nicht wie bei Shopify integriert sind. Shopify-Payments nicht international verfügbar

Shopware 

Das cloudbasierte Shopsystem von Shopware bietet Nutzern verschiedene cloudbasierte und selbst gehostete On-Premise-Versionen und richtet sich somit an alle Unternehmensgrößen; sie eignet sich für B2C- und B2B-Geschäftsmodelle. 

Ein Bild, das Text enthält.

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Abb. 4: Shopware – die SaaS-, Open-Source- und On-Premise-Lösung.

Funktionen und EigenschaftenKosten
Software-as-a-Service (SaaS)  Open-Source On-PremiseDie cloudbasierte Starter-Edition von Shopware ist dauerhaft kostenlos verfügbar. 
Die kostenpflichtigen Versionenbietet Shopware sowohl als cloudbasierte als auch On-Premise-Versionen an: Starter Edition Free, Starter Edition Advanced für 29 €/Monat und  Professional-Version für 199 €/Monat. Shopware bietet 3 Optionen für On-Premise-Onlineshops an: die Professional Edition Silver für 69 €/Monat und Gold für 149 €/pro Monat.  
Verkaufsförderung und Marketing Drag-and-Drop-Editor für LandingpagesProduktvisualisierungEmpfehlungen und PersonalisierungenPromotion und Rabatte
ProduktkatalogContent-ManagementProdukte sind konfigurierbarSuche- und Filterfunktion
BestellvorgangCheckoutVersandoptionenSteuerberechnungen mit AnzeigeZahlungsabwicklung Bestellmanagement
Leistung und Zuverlässigkeit
Multi-Channel-Unterstützung
Sicherheit
Reporting & Analytics

Fazit

Bei der Erstellung eines eigenen Onlineshops müssen Händler einiges beachten, um wettbewerbsfähig zu sein und langfristig erfolgreich zu sein. Das beste Shopsystem gibt es schlichtweg nicht, da jeder Onlineshop andere Anforderungen erfüllen möchte und individuelle Faktoren die Wahl des richtigen Systems beeinflussen. Deswegen ist stets das Shopsystem zu wählen, das am besten zum Unternehmensvorhaben passt. 

Da einige Systeme – aufgrund von beispielsweise Limitierungen – im Laufe der Zeit das Wachstum eines schnell wachsenden Onlineshops hemmen bzw. verkomplizieren können, sollte von Anfang für die Zukunft geplant werden. Möchte ein Kleingewerbe lediglich einige selbst produzierte oder lokale Produkte vertreiben, mag ein weniger anspruchsvolles und komplexes Shopsystem ausreichen. Plant man hingegen einen Shop mit vielen Artikeln und internationaler Reichweite zu betreiben, darf das Shopsystem das Wachstum des Unternehmens keinesfalls behindern oder erschweren.    

FAQ – Onlineshop erstellen

Welche Shopsysteme gibt es?

Die bekanntesten Shopsysteme sind Shopify, Magento, Jimdo und das WordPress-Plugin WooCommerce, aber auch Systeme wie WixStores, Webflow und Gambio konnten sich durchsetzen. 

Welche Vor- und Nachteile bietet Shopify?

Shopify ist ein komplexes und sehr gutes Shopsystem, das für viele Onlinehändler genau die richtige Wahl ist. Dennoch sollte man sich vor der Nutzung stets der Vor- und Nachteile des Shopsystems bewusst sein. Zu den Vorteilen zählen die einfache Bedienung ohne jegliche Programmier- oder Grafikkenntnisse, die vielen Integrationsmöglichkeiten und große Community. Nachteilig mögen die zusätzlichen Kosten für die .de-Domain und die Verwendung von Unterverzeichnissen sein, die keine optimalen URL-Struktur bieten, was wichtig für das SEO ist. 

Worauf sollte man beim Erstellen eines Onlineshops vorab achten?

Man sollte von Anfang an das richtige Shopsystem wählen, denn eine Umstellung kann sich im Nachhinein durch Rankingeinbußen negativ auf den Erfolg auswirken. Vor allem im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sollten Händler von Anfang an das richtige Shopsystem wählen und dabei das künftige Unternehmenswachstum im Blick behalten, da einige System Limitierungen (Artikelanzahl, Erweiterungen) haben.    

Wie erstellt man einen Onlineshop?

Es gibt viele Möglichkeiten, einen eigenen Onlineshop zu erstellen. Für die Realisierung des Projekts kann man selbst tätig werden oder Experten engagieren. Für weniger komplexe Onlineshops und all diejenigen, die ihr Projekt selbst umsetzen möchten, gibt es viele nahezu intuitiv bedienbare Shopsysteme. Sobald man alle Anforderungen analysiert, das richtige System gewählt und eine Struktur für die Webseite erarbeitet hat, kann man mit dem Erstellen des Onlineshops beginnen.   

Kann man einen Onlineshop kostenlos erstellen?

Einen Onlineshop kostenlos zu erstellen, ist beinahe unmöglich, da zumindest Hosting- und Domaingebühren gedeckt werden müssen. Dennoch kann man durch die Nutzung des Content-Management-Systems (CMS) WordPress und Integration des Plugins WooCommerce die Kosten niedrig halten, sofern man ein günstiges Hosting mit ausreichend Webspace besitzt. In Anbetracht der Tatsache, dass Shopsysteme die Erstellung eines Onlineshops einfacher machen, sind die Kosten für die Nutzung der meisten Shopsysteme erschwinglich. 

Welches Shopsystem ist das beste?

Welches das beste Shopsystem ist, um einen eigenen Onlineshop zu erstellen, kann man pauschal nicht beantworten. Welches System die beste Wahl ist, bestimmt sich in Abhängigkeit mit den unternehmensspezifischen Anforderungen, der Komplexität des Shops sowie der Art und Anzahl der Produkte. 

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SEO-Title: Eigenen Onlineshop erstellen – Worauf muss man achten? 

Meta-Description: Wer einen eigenen Onlineshop erstellen möchte, der kann ein professionelles Shopsystem nutzen. Darauf sollten Sie bei der Wahl achten!

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