Andreea Octavia Stancu Juni 19, 2020 4 Minuten
Kategorien: Ecommerce | Ecommerce-Marketing
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Du hast gemeinsam mit Manuel und Dimitri SPACEGOATS gegründet. Was hat Euch damals dazu bewegt dieses Unternehmen zu gründen? Erzähl uns etwas über Eure Vision. 

Wir selbst waren auch mal Verkäufer auf Amazon und haben in diesem Zuge schnell gemerkt, wie kompliziert das Ganze ist. Von Firmengründung bis hin zur Steuer – nicht alle Themen machen Spaß. Daraus kam uns dann die Idee den Vertrieb für Hersteller und Marken, die sich bisher kaum mit Amazon auseinandergesetzt hatten, zu übernehmen. Schon bald haben wir dabei herausgefunden, dass wir – mit unserer Erfahrung als Seller selbst – Amazon Seller und ihre Wünsche sehr gut verstehen und haben schließlich angefangen auch Probleme dieser Zielgruppe zu lösen.

Die Vision unserer Idee: durch unsere Software die weltweite Führung eines E-Commerce Businesses über einen einzigen Account.

Mit einem Account bei spacegoats.io können Seller von physischen Produkten frei steuern, wo sie ihr Business führen wollen. Um die Anmeldung und Bürokratie des jeweiligen Landes kümmert sich SPACEGOATS.
Aber nicht nur das: Wir wollen auch die Synergieeffekte unserer Kunden zur Expandierung nutzen, um zum Beispiel branchenrelevante Produktkataloge zu erstellen und Online-Shops, Groß- und Einzelhändlern anzubieten. Zudem wollen wir in Zukunft unsere Software um weitere Features erweitern, damit unsere Kunden keine weiteren Abos o.Ä. bei anderen Dienstleistern benötigen. So haben sie wirklich alles auf einen Blick. 

Wer Produkte auf Amazon verkaufen möchte, sieht sich häufig mit einer Vielzahl von Anleitungen, Tipps und Tricks konfrontiert. Welches Thema würdest du besonders ernst nehmen?

Darüber, wie man richtig auf Amazon verkauft, könnte ich einen ganzen Roman schreiben. Aber wenn ich mich wirklich auf ein Thema festlegen müsste, wäre es der Launch eines Produktes.
Der Launch ist im Idealfall gut durchgeplant und getimed, denn die ersten Tage und Wochen haben einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg des Produktes. Gerade direkt nach dem Launch nimmt der Amazon-Algorithmus das Produkt besser wahr und gibt ihm einen Schub im Ranking (Stichwort: “Honeymoon”). Deshalb gilt folgendes zu beachten:

  1. Beim Hochladen des neuen Produktes auf Amazon, sollte das Launchdatum in der Zukunft liegen, um zu vermeiden, dass es unkontrolliert online geht.
  2. Das Listing sollte sauber vorbereitet und zum Launch einwandfrei sein. Fehlen gesetzlich vorgeschrieben Informationen, wie zum Beispiel Inhaltsstoffe bei Nahrungsergänzungsmitteln, deaktiviert Amazon das Produkt automatisch. Damit ist der Launch missglückt und die “Honeymoon”-Phase vorbei.
  3. Am besten das Listing nicht in irrelevanten Keywords ranken und Amazon mit dem Listing angeben dadurch, was das neue Produkt eigentlich nicht ist. Sonst schadet es nicht nur dem Ranking in relevanten Keywords, sondern auch PPC Kampagnen.
  4. An der Qualität der Bilder sollte nicht gespart werden. Professionelle Produktbilder machen den ersten Eindruck aus und sind eines der größten Faktoren der Conversion. Gerade zum Launch ist die Conversionrate besonders wichtig, um durch den Amazon Algorithmus ein hohes Ranking zu erreichen.
  5. Qualitativ hochwertige Produktrezensionen müssen her. Am besten nehmen diese dem Kunden seine letzten Zweifel und stellen die Vorteile des Produkts nochmal in Szene.

Das Sellercentral ist eine sehr umfangreiche und nicht ganz einfach zu verstehende Software. Hast du Tipps, welche Leser sofort umsetzen können, um später Probleme zu vermeiden?

Ganz wichtig: Die Default-Einstellungen im Amazon Sellercentral.

  1. Die Option “Weltweiter Verkauf meiner Produkte durch Amazon” ausschalten. Sonst listet Amazon ohne  Zutun und Wissen des Sellers seine Produkte im Ausland. Erhältst er eine schlechte Bewertung, bekommt er es nicht mit. Die Folge: Es findet kein richtiger Launch statt und die Honeymoon-Phase ist unwiderruflich verloren gegangen.
  2. Die Exporteinstellungen (Produktkennzeichnungspflichten) genau überprüfen. Sollte sollten ihre Produkte nicht in Länder exportieren, in denen sie die gesetzlichen Vorschriften nicht einhalten können. Das könnte Abmahnungen und gesperrte Produkte zur Folge haben.

Wenn jemand sich hier verloren fühlt oder nicht weiterkommt, helfen wir von SPACEGOATS sehr gerne weiter.

Stehen die Produkte auf Amazon erst einmal zum Verkauf, fallen weitere Aufgaben an: In regelmäßigen Abständen muss der Lagerbestand überprüft werden und ggf. Preisanpassungen vorgenommen werden. Was sollten Seller dabei unbedingt beachten?

Generell sollte alles vermieden werden, was sich negativ auf das Amazon Ranking auswirken könnte. Als FBAler sollte stets darauf geachtet werden, dass der Lagerbestand zum Verkauf auf Amazon ausreicht.

Viele Seller begehen oft den Fehler bei sinkenden Lagerbeständen die Preise zu erhöhen, was zu sinkenden Verkäufen führt. Die Folge: Das Produkt verliert an Rankings. Selbst wenn das Produkt wieder verfügbar ist, hat die vorherige schlechte Performance noch weiter Auswirkungen. Ich empfehle daher einfach anzugeben, dass das Produkt nicht mehr verfügbar ist, um wieder mit Vollgas durchzustarten, wenn die Lagerbestände aufgefüllt sind.

Aber auch unter normalen Umständen sollte mit Preisanpassungen vorsichtigen umgegangen werden, da sie sich sowohl direkt als auch indirekt auf das Ranking auswirken. 

Das verkaufte Produkt läuft auf dem deutschen Amazon-Markt gut an, die Verkaufszahlen steigen stetig an und bei der Sucheingabe rankt das Produkt weit oben. Welche nächsten Schritte können unternommen werden, um den Umsatz weiter zu steigern? 

Das ist natürlich eine Situation, die sich jeder Seller wünscht. Um diese zu erreichen, gibt es mehrere empfehlenswerte Strategien. Ich möchte eine als Denkanstoß teilen:

Zuerst würde ich ein weiteres Produkt für Amazon Deutschland sourcen und launchen. Da ich auf dem deutschen Amazon-Markt bereits einen Erfolg erzielt habe, habe ich auch ein Gefühl für den Markt und kenne seine Kultur und Sprache. Ich weiß also, was ich zu beachten habe für einen Erfolg des neuen Produkts.

Parallel gibt es selbstverständlich immer etwas zu optimieren. Sei es die Weiterentwicklung meiner Produkte, die Optimierung des Listings und der Werbung oder die Optimierung weiterer Prozesse. Darunter zählen das Sourcing von Produkten, der Cashflow und Budgetierung oder das Outsourcing verschiedener Aufgaben.

Nach dem erfolgreichen Launch von zwei bis drei Produkten lohnt sich eine Expandierung auf weitere europäische Amazon-Marktplätze. Denn mit dem paneuropäischen Versand von Amazon (PAN EU) brauche ich nur einen Lagerbestand, da Amazon selbst meine Ware in die Lager in ganz Europa verteilt. Hier aber nicht vergessen, dass für jedes Land eine steuerliche Registrierung vorgenommen und die entsprechende Umsatzsteuer gezahlt werden muss.

Einen eigenen Onlineshop zu öffnen oder auf andere Marktplätze, wie Ebay, zu expandieren, empfehle ich eher nicht. Denn das kostet wieder viel Aufwand alles richtig aufzustellen und der erzielte Ertrag ist am Anfang meist sehr gering.

Steuerprobleme, Vorschriften im Rahmen der Umsatzsteuer sowie andere Schwierigkeiten im Rahmen der Internationalisierung –  diese und weitere Probleme können gelöst werden. Wie kann SPACEGOATS Seller bei dem Pan-EU Verkauf unterstützen? 

Wie oben bereits kurz erwähnt, ist beim paneuropäischen Verkauf einiges zu beachten und mit viel Aufwand verbunden. Als Verkäufer muss ich mich nicht nur in jedem Land steuerlich registrieren und eine entsprechende Buchhaltung führen, sondern auch den Endkundensupport in Landessprache übernehmen.
Da SPACEGOATS die Ware des Kunden verkauft und am Ende selbst auf der Rechnung steht, fällt das alles weg. Der Vertrieb über Amazon ist also auch ohne eigenen Amazon Account möglich, wodurch zeit- und kostenaufwendige Aufgaben entfallen. Lediglich die Erstellung von Listings, Produktlaunches und Werbung liegen beim Händler. Wobei wir für jeden Teil der Wertschöpfungskette einen kompetenter Partner empfehlen können. 

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