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Admin Januar 17, 2020 2 Minuten
Kategorien: Ecommerce | Ecommerce-Guide

Ein weiterer Trend im E-Commerce, der aus den USA kommt: Private Labeling. Kurz zusammengefasst bedeutet dies, Produkte unter eigenem Namen zu verkaufen. Denn gerade im klassischen E-Commerce war der Markt lang geprägt von Händlern, die Produkte von anderen Marken verkauft haben. Warum immer mehr Amazon Verkäufer auf Private Label Produkte setzen und wie sich diese im Vergleich zu  Drittprodukten unterscheiden, haben wir hier zusammengefasst:

Private Label Produkte (Eigenprodukte)

Private Label Produkte sind Produkte, die nur von einem Verkäufer angeboten. Dies kommt entweder daher, weil der Händler dieses selbst produziert oder (und das ist meistens der Fall) ein bereits bestehendes Produkt leicht abändern oder einfach mit seinem eigenen Logo bedrucken lässt und dieses dann unter der Eigenmarke verkauft. In der Praxis läuft letzteres so ab: Ein E-Commerce Händler sucht nach einem tragfähigen Amazon-Produkt. Hat er dieses gefunden sucht er nach passenden Herstellern (bittet ggf. um eine geringfügige Veränderung) und lässt sich Musterprodukte zuschicken. Ist er mit der Qualität zufrieden, wählt er den richtigen Hersteller aus, lässt die Produkte mit seinem Logo bedrucken und verkauft diese als Private Label Produkt bei Amazon.

Den genauen Ablauf haben wir hier noch einmal visualisiert:

BILD ABLAUF

Private Label Verkäufer zu sein hat viele Vorteile. Als Eigentümer der Marke hat der Händler nämlich die Hoheit über Titel, Beschreibung, Bilder und Produktinformation. Das Private Label gibt also größtmöglichste Flexibilität was die Gestaltung betrifft. Aber eben auch die meiste Arbeit was die Bekanntmachung der Marke betrifft.

Überdies ergeben sich auch Unterschiede in der Optimierung: Im Fall von Private-Label (es gibt nur einen einzigen Verkäufer) ist die Buy-Box-Optimierung überflüssig. Es sollte also der gesamte Fokus auf die Ranking Optimierung gesetzt werden, um diese Produkte besser zu verkaufen. Wie dies funktioniert, haben wir in diesem Beitrag (LINK) bereits zusammengefasst.

Drittprodukte

Der Verkauf von Drittprodukten (mehr als ein Verkäufer dieses Produkts) auf Amazon hat andere Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist definitiv der geringere Aufwand, denn es wird keine Anpassung und kein Eigenlogo benötigt.

Der wichtigste Unterschied zwischen Private Label und Drittprodukten liegt jedoch nicht im Bezug der Waren, sondern in der Vermarktung: So steht bei Drittprodukten nicht das klassische Ranking, sondern die Buybox-Optimierung im Vordergrund. Die Buy-Box ist der Bereich rechts auf der Produktseite, der den Handlungsaufruf „In den Einkaufswagen“ enthält. Gewinnt man die Buybox steigt der Verkauf der Produkte rasant an, weswegen dieser Bereich so begehrt ist.

Um die Buybox zu gewinnen gibt es jedoch verschiedene Hürden zu nehmen. Kombiniert man geschickt die folgenden Aspekte hat man gute Chancen in die Buybox zu gelangen.

1) Empfohlener Verkäufer-Status

2) Sehr gute Kundenrezessionen

3) Reaktionszeit des Verkäufers (Beantwortung Anfragen innerhalb 24 Stunden)

4) Kokurrenzfähiger (nicht der günstigste!) Preis

5) Wenige (max. 4 %) verspäteten Auslieferungen

6) Bevorzugt: FBA

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass man sowohl mit Private Label Produkten als auch mit Drittprodukten ein Erfolgreiches Amazon business aufbauen kann. Gewichtige Vorteile von Eigenprodukten sind jedoch die Kontrolle über Titel, Beschreibung, Bilder und Produktinformation sowie die Steuerbarkeit des Rankings ohne Busbox-Optimierung. Letztlich gilt es vermutlich beides zu beherrschen (oder zumindest zu verstehen), wenn man wirklich erfolgreich auf Amazon sein will.

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